Storchennest auf dem Isnyer Rathausdach

Tagebuch
30.01.2014 Drucken E-Mail
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Donnerstag, den 30. Januar 2014 um 16:35 Uhr

Eigentlich wollte ich Romeo und Julia heute wieder das Festmahl im Futtereimer servieren. Aber ich habe zur Zeit keine Chance, die Störche zu füttern! Der Grund? Der Graureiher ist nicht nur frech, er ist richtig aggressiv geworden und stürzt sich auf's Storchenfutter, bevor Romeo und Julia sich bedienen können, ja, er drängt sie sogar zur Seite und will sie verscheuchen. Das geht natürlich gar nicht! Damit Romeo und Julia in Ruhe futtern können, muss der zweibeinige Futterspender ihres Vertrauens beim Eimer stehen bleiben bis sie satt sind. Und mich akzeptieren sie noch nicht als Wachposten neben dem Eimer!

Heute Nachmittag standen sie dann immer noch auf der Wiese beim Futterplatz und machten das, was viel Zeit und Sorgfalt erfordert - sie pflegten sich!

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Übrigens, wie kann man feststellen, ob die Störche noch hungrig sind oder ob sie schon gefuttert haben, wenn man sie in den Wiesen beim Futterplatz stehen sieht?

Ganz einfach: Störche mit Blickrichtung Hochhaus bedeutet: Es könnte jetzt angerichtet werden, wir haben Hunger! Störche mit Blickrichtung Birkenallee heißt dann: Danke, wir sind jetzt satt, wir warten hier bloß auf bessere Zeiten!

 

 
29.01.2014 Drucken E-Mail
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Mittwoch, den 29. Januar 2014 um 16:06 Uhr

Nach einer eiskalten Nacht genossen Romeo und Julia dann die Mittagssonne in den Achwiesen. Julia beobachtete aufmerksam die zweibeinige Storchencam, die ganz brav auf dem Weg blieb - keine Gefahr für die Störchin, und das Füßchen konnte ganz entspannt im Gefieder versteckt bleiben.

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Romeo musste sich für's Fotoshooting noch schnell etwas stylen...

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...dann begann er mit aufwendigen Gleichgewichtsübungen und einem Stretchingprogramm

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Ende der Vorstellung, jetzt wird abgechillt!

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28.01.2014 Drucken E-Mail
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Dienstag, den 28. Januar 2014 um 17:10 Uhr

Als Julia heute Früh ihr Nest verließ, war ihr erstes Etappenziel der Baumarkt an der Ach.

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Mit fachfraulichem Blick prüfte sie das Angebot....

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...flog aber ohne Einkauf weiter, mit leerem Magen konnte sie sich nicht so recht entscheiden...

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...dann peilte sie ihr nächstes Etappenziel an, ihre Lieblingsbirke! Heute war es absolut windstill, deshalb gelang die Landung gleich auf Anhieb!

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Natürlich hat sie mich gleich entdeckt!

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In luftiger Höhe genoss sie den Sonnenschein,  begann ihr morgendliches Pflegeprogramm und konnte von dort aus auch den Futterplatz im Auge behalten.

Romeo  blieb bis um 9 Uhr  unter den Nebelschwaden versteckt,  die sich noch hartnäckig über der Ach hielten.

Am Nachmittag bewachte Julia bei strahlendem Sonnenschein und milden Temperaturen zuerst alleine das Nest, Romeo die Achwiesen. Alleine sein ist doof!  und so flog Julia  zu ihrem Romeo in die Achwiesen. (Die Bilder leider im totalen Gegenlicht!)

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Dann starteten die beiden das Mega-Gefiederpflegeprogramm! Die Flügel wurden in der Sonne ausgebreitet, gelüftet, geschüttelt, sie drehten sich mit ausgebreitenen Flügeln im Kreise. Danach  wurde sorgfältigst ein Federchen nach dem anderen durch den Schnabel gezogen.

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27.01.2014 Drucken E-Mail
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Montag, den 27. Januar 2014 um 16:07 Uhr

Heute gab's das volle Sauwetterprogramm im Angebot: Regen, Schneeregen dazu ein ganz fieser Wind. Romeo und Julia standen deshalb schon wieder im Morgengrauen an geschützter Stelle auf der Wiese beim Futterplatz und widmeten sich ausgiebig der Gefiederpflege. Und bestimmt genossen sie die morgendliche Ruhe, denn - oh Wunder - die nervigen Graureiher waren noch nicht vor Ort, sie hatten entweder verschlafen oder andere Termine! Eine gute Stunde später waren unsere Störche picobello gepflegt und wollten nachsehen, ob das Frühstück schon bereit stand. Aber Julia behagte das matschige, weiße Zeug unter ihren Füßen überhaupt nicht, sie spannte die Flügel und legte ein paar Meter auf dem Luftweg zurück.

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Romeo guckte etwas ratlos aus den Federn....

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...und marschierte dann alleine los

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Und schwupps, da war sie wieder!

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Dann ging's gemeinsam im Gleichschritt Richtung Frühstücksbuffet...

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...aber der zweibeinige Futterspender hatte immer noch nicht geliefert. Romeo wartete geduldig, nur Julia hatte heute Hummeln im Hintern. Sie wollte nicht im Schneematsch rumstehen, startete wieder, flog drei, vier Runden über die Wiesen und steuerte dann den Lieblingsast auf ihrer Lieblingsbirke an, wollte dort oben wohl trockenen Fußes auf's Frühstück warten. Es blieb beim Landeversuch, denn der Wind war zu heftig, der Ast schwankte, sie musste dauernd mit den Flügeln schlagen, um das Gleichgewicht zu halten. Es blieb ihr also nichts anderes übrig, als doch gemeinsam mit Romeo im Schneematsch auf's Frühstück zu warten!

 

 

 

 
26.01.2014 Drucken E-Mail
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Sonntag, den 26. Januar 2014 um 17:07 Uhr

Der Wind, der heute wieder eiskalt von Westen her pfiff, hatte die Störche beizeiten aus dem Nachtquartier vertrieben, sie suchten Schutz in der Nähe vom Futterplatz.

Der Blick der beiden ist eindeutig:" Könntest uns lieber was zum Futtern bringen, anstatt andauernd zu knipsen!"

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Das machte ich dann auch. Unser Graureiher wird von Tag zu Tag frecher, bis jetzt wartete er immer, bis die Störche satt waren und verputzte die Reste, heute allerdings stürzte er sich als erster an den Futtereimer und stibitzte sich zwei Küken, bevor ihn die Störche vertreiben konnten. Vermutlich ist er jetzt in die Graureihergewerkschaft eingetreten und fordert den gesetzlich geregelten Mindestlohn in Form von Naturalien. Julia wollte ihn vertreiben, war aber ohne starken Mann an ihrer Seite zu zaghaft, der Graureiher ließ sich nicht einschüchtern. Der starke Mann an Julias Seite, unser Romeo, war zu einem Erkundungsspaziergang rund ums Hochhaus aufgebrochen. Er spurtete zwar gleich Richtung Futterplatz als er mich sah, aber er musste erst mal an mir vorbei. Das klappte dann aber auch recht gut und einem kräftigen Frühstück stand nun nichts mehr im Wege, denn als der Graureiher beide Störche vor sich hatte, zog er sich erst einmal zurück.

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"Na, Storch, biste endlich fertig? Is für mich noch genug drin, im Eimer?"

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...sieht ganz so aus!

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