Es sind gefährliche Tage für die jungen Fluganfänger!
Unseren Fußgänger von gestern, den Jungstorch vom Schlossparknest, hatten wir
gestern Abend nicht mehr entdeckt. Heute Morgen kam ein Anruf: der kleine
Storch stand beim ehemaligen Bahnhof!

Jürgen holte mich ab, wir wollten den kleinen Kerl einfangen.
Er suchte überall dort, wo es ein bißchen grün war, nach etwas Nahrhaftem, viel wird es nicht gewesen sein.
Armer kleiner Kerl, der erste Ausflug vom Nest, und dann so eine unfreundliche Umgebung!
Jürgen hatte bereits mit Frau Altheimer aus Salem telefoniert, da der Storch nicht verletzt sondern nur noch
nicht flugfähig war, wollte die Storchenstation ihn aufnehmen.

Der Storch war erst mal in Sicherheit in seiner Box bei uns in der Garage, der Transport wurde organisiert.
Ein zweiter Bruchpilot aus Marktoberdorf sollte heute auch nach Salem reisen. Eingefangen wurde dieser
Storch von Herrn Reibl, der mit seiner Frau in Seeg eine Greifvogel- und Uhuauffangstation hat. Herr Reibl wollte
unseren Storch mitnehmen, Isny lag auf seinem Weg. Ich wollte unseren "Schlossi" gerne auch begleiten, und so
fuhren wir mit unseren Störchen gemeinsam nach Salem. Frau Altheimer, die Storchenbeauftragte, erwartete uns
schon. Der Isnyer Storch wurde zuerst ausgepackt

...in der "Notaufnahme", Schlossi stürmt sofort aus seiner Box, Frau Altheimer muss ihn erst mal bändigen,
denn er soll einen Markierungspunkt erhalten, er ist ja nicht beringt, so kann sie ihn von den anderen Störchen
unterscheiden

Schlossi wird bunt markiert


Schlossi stürmte sofort raus in die Voliere und sah sich in der neuen Umgebung um! Viel besser als in der Isnyer
Innenstadt!

Dann durfte der Jungstorch aus Marktoberdorf aus seiner Box, das gleiche Spiel, nix wie raus aus der Box und
nix wie raus in die Voliere!


Herrlich!!!!! Endlich wieder Platz und die Flügel strecken!!!

Der kleine Schlossi freute sich so sehr, als er den anderen sah und bettelte sofort.
Andere Störche kennt er bis jetzt ja nur als Futterexpress. Leider funktionierte das hier nicht, der Marktoberdorfer
fauchte Schlossi erst mal an. Frau Altheimer hatte bereits Futter in der Voliere ausgelegt. Aber Jungstörche, die
das noch nicht kennen, fressen das nicht immer auf Anhieb. Sollten sie heute nichts zu sich nehmen, werden sie
morgen von ihr gestopft - die übliche Prozedur.
Da beide noch nicht fliegen können, dürfen sie jetzt dort in der Voliere in aller Ruhe ihre Flugübungen machen und die
Fliegerei erlernen. Und sobals die beiden reif sind für die Freiheit, werden sie in Salem ausgewildert.
Zwei kleine Störche die zwar bei ihren ersten Flugversuchen großes Pech hatten. Aber sie hatten großes Glück,
dass sie den richtigen Menschen begegneten die wussten, was zu tun ist!

Schlossi bettelt, der andere faucht





Die zwei hatten sich aber sehr schnell arrangiert, sie werden jetzt wohl einige Zeit miteinander verbringen müssen

Leider werden die beiden nicht beringt, Frau Altheimer hat auch keine Ringe mehr zur Verfügung, sie hat
auch nicht alle Salemer beringt.

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