Storchennest auf dem Isnyer Rathausdach

Tagebuch
10.07.2024 Drucken E-Mail
Tagebuch
  
Mittwoch, den 10. Juli 2024 um 21:38 Uhr

Nach den traurigen Ereignissen in den Storchennestern im Juni haben ein

paar Wochen Abstand gut getan.

Zur Zeit ist von unseren Störchen nicht viel zu sehen, die Nester sind

tagsüber meistens verlassen. Klar, die Störche haben nichts zu tun auf

ihrem Nest, da fliegen sie morgens zeitig aus und kehren erst spät am

Abend zurück. Wer von unseren Stammstörchen noch in Isny ist und

wer schon weggeflogen ist, um mit Kollegen durch's Land zu ziehen,

das kann ich im Moment gar nicht sagen. Sobald bei den Baumnestern

auf dem Festplatz wieder Ruhe eingekehrt ist (zur Zeit laufen die

Vorbereitungen für's Isnyer Kinderfest auf Hochtouren), gibt's dann

wieder eine abendliche Schlafplatzkontrolle.

Nach einem Regenschauer habe ich am Sonntag nur diese fünf

Störche angetroffen

Clyde vom Hochhausnest, der sein Gefieder schon auf Vordermann gebracht hatte und gleich darauf

wegflog

y

Franz der Franzose

y

Leonie-Fäderi

s

Toni und Antonia

x

 
10.06.2024 Drucken E-Mail
Tagebuch
  
Montag, den 10. Juni 2024 um 21:20 Uhr

Es kostet mich nach wie vor Überwindung, der Storchenkolonie auf dem

Festplatz einen Besuch abzustatten. Viele Nester sind verlassen, auf anderen

Nestern stehen Altstörche, einige Paare trauern immer noch um den Nachwuchs,

können ihr Schicksal nicht fassen. Die jungen Storcheneltern haben relativ

schnell das Nest verlassen, aber unsere alteingesessenen Storchenpaare, die

trauern sehr lange.

Es ist einfach nur unfassbar traurig.....

Ruhe ist allerdings nicht eingekehrt in den Storchennestern. Heute Vormittag

wurde wieder viel geklappert, die Nester mussten verteidigt werden, denn es

waren anscheinend Fremdstörche, die ihre Kreise über dem Festplatz

drehten und versuchten, dort auf einem Nest zu landen. Es waren offensichtlich

keine ortsansässigen Störche. Viele Störche haben ihren Nachwuchs verloren,

die tingeln jetzt durch die Gegend und greifen vor lauter Frust die Nester

der Kollegen an.

 
06.06.2024 Drucken E-Mail
Tagebuch
  
Donnerstag, den 06. Juni 2024 um 20:11 Uhr

Nach wie vor will ich's einfach noch nicht wahrhaben, dass wirklich kein einziger

Jungstorch überlebt haben soll. Ich war jeden Tag zweimal bei den Nestern und habe

beobachtet, aber da waren nur verlassene Nester oder Altstörche auf den Nestern

zu sehen. Der Regen und die Kälte hat nicht nur in Isny das Leben der kleinen

Störche gekostet. In Leutkirch sieht's nicht besser aus, in Wangen sind

vermutlich noch zwei Jungstörche auf dem Erba-Kamin laut Aussage von Frau Reinhard.

Auf dem Affenberg bei Salem haben ca. 80 Prozent der Jungstörche nicht überlebt.

Es ist so unendlich traurig.....

Elias oder Eline vom Eichennest 13. Einige Altstörche versuchen immer noch, die Kleinen zu wärmen

in der Hoffnung, dass sie doch wieder aufstehen

a

Der verwaiste Storchenpapa Clyde vom Hochhausnest

y

Leonie-Fäderi und Tonino

y

Frank und Liese

y

Paul oder Pauline

y

Lottchen und Sammy

y

 
04.06.2024 Drucken E-Mail
Tagebuch
  
Dienstag, den 04. Juni 2024 um 21:14 Uhr

Ich kann und will das, was in den letzten Tagen in den Storchennestern

geschehen ist, noch nicht wahrhaben, es ist einfach zu grausam. Aber

iich musste mich heute aufraffen und für die Dokumentation für Frau

Reinhard die Nester kontrollieren. Eine kurze Storchenrunde am Vormittag

brachte leider das gleiche Ergebnis wie eine längere Beobachtungsrunde

am Abend. Ab und zu ein Altstorch auf dem Nest, aber keine Bewegung

eines Jungstorches. Ich kann es einfach noch nicht glauben und hoffe

bei jedem Blick auf eines der Nester, dass plötzlich doch noch ein Köpfchen

über den Nestrand guckt. Ich brauche noch eine Weile, bis ich die schreck-

liche Tatsache realisieren kann. Die toten Jungstörche sollen auch aus den

Nestern geholt werden, aber bis jetzt ist die freiwillige Feuerwehr noch

mit der Hochwasserbekämpfung beschäftigt.

 
03.06.2024 Drucken E-Mail
Tagebuch
  
Montag, den 03. Juni 2024 um 14:38 Uhr

2024 wird das traurigste Jahr in der vierundzwanzigjährigen Isnyer

Storchengeschichte. 30 bis 40 Jungstörchen wurde der anhaltende

Dauerregen zum Verhängnis, vermutlich hat kein einziger Jungstorch

überlebt, auch nicht die Jüngsten, die erst in den letzten ein bis

zwei Wochen geschlüpft sind. Aber nicht nur dem Nachwuchs haben

die Wassermassen zu schaffen gemacht. Auch die Altstörche haben mit

den starken Regenfällen, die nicht aufhören wollen, zu kämpfen. Wie

berichtet, mussten wir die völlig durchnässte und erschöpfte Ossi vom

Rathausnest in Kurzzeitpflege nehmen. Dann wurde ein toter Altstorch

auf dem Volksbanknest gemeldet. Es bestand die Gefahr, dass er vom Dach

stürzt und dabei Passanten verletzt. Deshalb musste ihn die freiwillige Feuer-

wehr vom Kamin bergen, trotz tagelangem Dauereinsatz wegen der Hoch-

wassersituation in unserer Region.

Ein weiterer toter Storch wurde vom Festplatz

gemeldet, dazu habe ich aber noch keine weiteren Infos.

Ein Rundgang am Nachmittag bei den Baumnestern in der Kolonie auf

dem Festplatz, es ist einfach nur schrecklich und unbeschreiblich,

da finde ich keine Worte.

Die meisten Nester sind verlassen, nur vereinzelt steht ein Altstorch mit

hängendem Kopf auf dem Nest.....

Und dazu regnet es immer weiter....

 
<< Start < Zurück 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Weiter > Ende >>

Seite 8 von 286